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07/2017 - Erlotinib beim fortgeschrittenen Kolonkarzinom: Der KRAS-Mutationsstatus entscheidend

 

Erhalten Patienten mit fortgeschrittenem KRAS-Wildtyp-Kolonkarzinom neben Capecitabin zusätzlich Erlotinib, nimmt die Zeit bis zur Krankheitsprogression zu, bei Patienten mit KRAS-Mutanten verkürzt Erlotinib die Zeit bis zur Progression dagegen erheblich.

 

Antikörper gegen den Rezeptor des endothelialen Wachstumsfaktors (EGFR) zeigten bei Patienten mit kolorektalen KRAS-Wildtyp-Karzinomen vielversprechende Resultate. KRAS-Mutationen verhindern jedoch das Ansprechen auf anti-EGFR-Therapien. In einer nicht randomisierten Studie wurden mit Erlotinib verbesserte Ansprechraten bei Patienten mit fortgeschrittenen kolorektalen Karzinomen im Vergleich zu historischen Kontrollen beobachtet. In dieser Studie erfolgte jedoch keine Analyse entsprechend des KRAS-Status.

 

Eine kanadische Studie verglich jetzt bei 82 Patienten mit fortgeschrittenen kolorektalen Karzinomen Capecitabin allein mit Capecitabin plus Erlotinib. Primäres Studienziel war die Zeit bis zur Progression, sekundäre Studienziele waren Ansprechrate, Gesamtüberleben und Toxizität.

 

In der Gesamtpopulation der Studie betrug die Zeit bis zur Progression mit Capecitabin allein 7,9 Monate und mit Capecitabin plus Erlotinib 9,2 Monate. Der Unterschied war nicht statistisch signifikant (p=0,89). Das mediane Überleben erreichte mit Capecitabin 16,2 Monate und mit der kombinierten Behandlung 12,4 Monate (p=0,502).

 

Eine retrospektive Subgruppenanalyse gemäß KRAS-Mutationsstatus war bei 72 der 82 Patienten möglich. Bei Patienten mit KRAS-Wildtyp-Tumoren betrug die Zeit bis zur Progression mit Capecitabin allein 8,4 Monate im Vergleich zu 11,7 Monaten mit Capecitabin plus Erlotinib. Dieser Unterschied von 3,3 Monaten war nicht statistisch signifikant (p=0,449). Bei Patienten mit KRAS-Mutanten verkürzte die Zugabe von Erlotinib dagegen die Zeit bis zur Progression signifikant von 7,4 Monaten mit Capecitabin allein auf 1,9 Monate (p=0,038).

 

Das Gesamtüberleben von Patienten mit KRAS-Wildtyp-Karzinomen betrug 16,2 Monate mit Capecitabin allein versus 13,8 Monate mit Erlotinib plus Capecitabin (p=0,552). Bei Patienten mit KRAS-Mutationen wurde ebenfalls kein signifikanter Unterschied des Gesamtüberlebens beobachtet (18,2 Monate vs. 14,3 Monate; p=0,458).

 

Die Autoren schlussfolgern, dass die Aktivität von Erlotinib bei Patienten mit KRAS-Wildtyp-Tumoren vorteilhaft sein kann. Kolonkarzinom-Patienten mit KRAS-Mutationen kann Erlotinib dagegen schaden.

 

Quelle: Vincent MD et al. Phase II trial of capecitabine plus erlotinib versus capecitabine alone in patients with advanced colorectal cancer. Future Oncol 2017; 13: 777-786