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03/2017 - Fortgeschrittenes Ovarialkarzinom: Deutlich besseres Überleben mit Niraparib

 

Der neue PARP-Inhibitor Niraparib verdreifacht beinahe die Dauer des progressionsfreien Überlebens von Patientinnen mit platinresistenten Ovarialkarzinomen – unabhängig vom BRCA-Mutationsstatus.

 

Fortgeschrittene Ovarialkarzinome sprechen zwar gut auf eine initiale Behandlung mit Platin oder Taxanen an, die Wirksamkeit nimmt jedoch mit der Zeit ab und die meisten Patientinnen entwickeln ein Rezidiv. Niraparib ist ein hoch selektiver PARP-Inhibitor und hat eine starke Antitumor-Aktivität. Die Poly-Adenosindiphosphat-Ribose-Polymerase (PARP) entdeckt DNA-Schäden und fördert ihre Reparatur. Die randomisierte, placebokontrollierte Phase-III-Studie ENGOT-OV16/NOVA untersuchte jetzt die Wirksamkeit und Sicherheit der Niraparib-Erhaltungstherapie im Vergleich zu Placebo in einer breiten Ovarialkarzinom-Population.

 

553 Patientinnen mit platinsensitivem, rezidivierendem Ovarialkarzinom wurden stratifiziert nach BRCA-Mutationsstatus im Verhältnis 2:1 zu Niraparib (300 mg/Tag) oder Placebo randomisiert. Die Studienbehandlung erfolgte bis zur Progression. Primärer Endpunkt war das progressionsfreie Überleben (PFS). Die Auswertung erfolgte getrennt nach BRCA-Mutationsstatus (BRCA-Kohorte, Nicht-BRCA-Kohorte, HRD-positive Nicht-BRCA-Kohorte [HRD: Tumore mit homologen Rekombinations-Defiziten]).

 

203 der 553 eingeschlossenen Patientinnen hatten BRCA-Mutationen, 350 Patientinnen hatten keine BRCA-Mutationen. Das PFS der Niraparib-Patientinnen war in allen drei analysierten Kohorten signifikant länger als in der Placebogruppe (p<0,001).

 

Nach median 16,9 Monaten Nachbeobachtung betrug das PFS von Patientinnen mit BRCA-Mutation in der Niraparib-Gruppe 21,0 Monate im Vergleich zu 5,5 Monaten mit Placebo (Hazard Ratio: 0,27; 95% KI: 0,17-0,41). Bei Patientinnen ohne BRCA-Mutation erreichte das PFS mit Niraparib und Placebo 9,3 bzw. 3,9 Monate
(HR: 0,45; 95% KI 0,34-0,61) und bei HRD-positiven Patientinnen ohne BRCA-Mutation 12,9 versus 3,8 Monate (HR: 0,38; 95% KI: 0,24-0,59).

 

Die Ergebnisse waren in allen drei analysierten Kohorten für die wichtigsten Subgruppen konsistent (Alter, Rasse, Region, Zeit bis zur Progression vor Studieneinschluss, bestes Ansprechen auf Platin, Zahl der vorausgegangenen Platintherapien).

 

Häufigste dritt- und viertgradige unerwünschte Ereignisse in der Niraparib-Gruppe waren Thrombozytopenie (33,8%), Anämie (25,3%) und Neutropenie (19,6%). Diese unerwünschten Ereignisse konnten durch Dosis-Modifikationen kontrolliert werden.

 

Die Autoren schlussfolgern, dass das progressionsfreie Überleben von Niraparib-Patientinnen mit platinsensitiven Ovarialkarzinomen bei moderater Knochenmarktoxizität signifikant länger als mit Placebo war.

 

Quelle: Mirza MR et al. Niraparib maintenance therapy in platinum-sensitive, recurrent ovarian cancer. NEJM 2016; 375: 2154-2164